Jazzbands + Musiker


Jazz Lips

Swing, Ragtime und Harlem-Jazz aus Hamburg


Von den sieben Gründungsmitgliedern des Jahres 1970 sind heute noch immer drei dabei: Günther Liebetruth an der Klarinette, Wolf Delbrück am Piano und Peter "Banjo" Meyer am Banjo. Die "alten" Neuen an Tuba und Schlagzeug, Hendrik-Jan Tjeerdsma und Norbert Wicklein, gehören nun auch schon seit 1987 bzw. 1993 dazu.

Rolf Klingelhöfer, Kornett, ist 2004 leider viel zu früh gestorben. Er war von den ersten Tagen der JAZZ LIPS seit 1970 dabei und hatte den Sound der Band entscheidend geprägt. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er am 15.Juni 2004, bei einer Riverboat-Shuffle auf der Hamburger Alster. An diesem Abend spielte Rolf wie in seinen besten Tagen, mit Spielfreude, Verve, Power und Feeling, und die Band wird ihn so in Erinnerung behalten: "The song has ended, but the melody lingers on ...“. Jedoch bei aller Trauer: "The Show Must Go On ..."

Nachdem Thomas Niemand, der 2009 zur Band stieß, die LIPS 2015 wieder verlassen hat, übernahm Joachim Refardt die Trompeterstelle. Er ist den JAZZ LIPS auf besondere Weise verbunden. Ihre LPs haben ihn schon als sechsjährigen Jungen begeistert und gaben den Anstoß für seine Musikerlaufbahn. Doch auch dieses Intermezzo war nur von kurzer Dauer, denn seine Verpflichtungen als Arrangeur und Bandleader der Swinging Fireballs ließen eine weitere Zusammenarbeit zeitlich nicht mehr zu.

Doch das Glück war den JAZZ LIPS hold und bescherte ihnen mit Torsten Maa? einen erstklassigen Trompeter, der nur allerfeinste Töne spielt und auch sonst wunderbar zu ihnen passt. Mit Jan Hauke Strebel, Posaune, kam auch ein "Neuer" in die Band. Ein mehrjähriger Arbeitsaufenthalt in der Schweiz ging im Sommer 2010 zu Ende, und so war es der Band nur Recht, mit ihm einen musikalisch sehr erfahrenen und auch sonst in jeder Hinsicht passenen Kollegen gefunden zu haben.

Günther Liebetruth ist der eigentliche Gründer der JAZZ LIPS - er hatte 1970 die Idee für diese besondere Band. Sein Klarinettenspiel zeigt deutlich den Einfluss von Johnny Dodds und Sidney Bechet. Ein weiterer ganz typischer Bestandteil des Bandsounds ist sein "Liebetruphone" als Falcett-Imitation der Trompete, und sein "creolischer" Scat-Gesang.

Wolf Delbrück ist der Band eigener Dr. Jazz. Neben seiner Arbeit als Arzt galt seine ganze Hingabe immer dem Piano. Von Anfang an setzte er eigene harmonische Glanzlichter und zeigt mit seiner starken linken Stride-Piano-Hand, wo es rhythmisch langgeht - mit Vorliebe für den Swing, aber auch für den Ragtime, Boogie und Harlem-Jazz.

Peter Meyer kommt namentlich ja nicht gerade selten vor, aber "Banjo-Meyer", das ist sein Markenzeichen. Sein Banjospiel, sein Gesang, seine Moderation, sein Organisationstalent, all das ist nicht wegzudenken aus dem musikalischen Leben der JAZZ LIPS. Als Solist, manchmal auch an der Gitarre und als treibende Kraft im Rhythmus ist Peter ebenso seit 1970 dabei.

Mit Hendrik-Jan Tjeerdsma griffen die JAZZ LIPS 1987 in den Glückstopf, als sie den mit Sicherheit talentiertesten Tubaspieler der deutschen Jazzszene für sich gewinnen konnten. Mit seiner kontrapunktischen Spielweise, mit unglaublichem Swing und Spielwitz behauptet er seinen Platz in der Band; ab und zu tritt er wortwörtlich vor und legt Soli hin, die ihresgleichen suchen.

Norbert Wicklein fand nach vielen Jahren in der Rock-, Pop- und Schlagerszene der DDR bei Frank Schöbel und als Mitglied des "Blamu Jatz Orchestions" Weimar erst recht spät zum Jazz. 1993 zog er um nach Ahrensburg und traf, nach einer festen Band Ausschau haltend, durch einen glücklichen Zufall auf die JAZZ LIPS, die gerade Hände ringend einen neuen Mann an den Drums suchten. Die Einheit von Ost und West wurde in der Band dann auch prompt vollzogen. Seither können sich die Kollegen auf seinen marschierenden Parade-Beat und seinen unermüdlichen Drive verlassen.

Die sieben Musiker der JAZZ LIPS haben etwas geschaffen, um das sie von vielen Kollegen beneidet werden: Einen ganz eigenen Klangkörper, einen völlig individuellen Sound, der nach nur wenigen Takten ihrer Musik sofort erkennen lässt - das sind die JAZZ LIPS! Der Klarinettist und Jazz-Publizist Reimer von Essen schreibt 1995 über die Band: " ...es kommt ein Zug als wesentlich und typisch für die JAZZ LIPS ins Spiel, sobald man live oder von der Platte mehr als eine Viertelstunde ihre Musik gehört hat: Die LIPS formen Material aus sehr vielen verschiedenen Jazzecken zu ihrer ganz eigenen Musik um."

"Von der sicheren Basis der schon durch die HOT-SEVEN-Besetzung angedeuteten Stilistik der schwarzen Bands der 20-er Jahre ausgehend, arbeiten sie Elemente der frühen Bigband, Stilmerkmale des lokalen New Orleans Jazz der 50-er bis 70-er Jahre in ihre Musik ein, spielen klassischen Ragtime und lassen dabei die Väter des Frisco-Stils mit anklingen, flechten Harlem-Stil-Einflüsse in ihre Arrangements und zeigen, wie sie Wilbur de Paris und seine New Orleans-Musik hören, lassen fundierte Beschäftigung mit unterschiedlichen Bluesmusik-Stilen erkennen."

"Und für ihre karibischen Farben sind sie besonders beliebt. Neuerdings klingen einige Pianoeinwürfe schon mal ganz schön modern über dem Tuba-Banjo-Beat, ganz gelegentlich rockt der Rhythmus wie bei den Straßenkapellen der jungen Generation von New Orleans-Musikern, und zwischendurch lugt immer mal die Banjokultur Amerikas aus dem Stil-Farbkasten. Es ist ein überwältigend positiver, froher und lebensbejahender Ausdruck, der von ihrer Musik ausgeht, der die gemeinsame Schwingung prägt, die den Hörer sofort erreicht, eine Wärme, die ausstrahlt, die nicht bierselige Geistlosigkeit transportiert, nicht hemdsärmeliges Anbiedern an Jedermann, nicht billiges Glück in kleiner Münze. Das kommt, weil viel Sachverstand, Gefühlstiefe, Bühnenerfahrung, Selbstkritik und hörbar bewusste Orientierung an den großen schwarzen Vorbildern in diesem Ausdruck mitschwingt; alles dies balanciert die Fröhlichkeit dieser Musik aus."

Die JAZZ LIPS haben mit einigen der letzten Großen des alten Jazz menschlich und musikalisch sehr intensive Berührungen gehabt. Und sie schätzen jeden Kontakt mit gleich gesinnten Musikern. Seit vielen Jahren featuren sie auf ihren Konzerten ihre musikalischen Freunde aus dem In- und Ausland. Einige absolute Höhepunkte waren dabei die Auftritte und Schallplattenaufnahmen mit den Jazz-Giganten "Bnajo" Ikey Robinson aus Chicago, dem Trompeter Thomas Jefferson und dem Klarinettisten Paul "Polo" Barnes aus New Orleans.

Alle Engagements sollen und können hier nicht aufgezählt werden, aber immer und überall versteht es diese Band, ihre Zuhörer mitzureißen. Solange es eine traditionelle Jazzszene gibt, solange werden die JAZZ LIPS sich daran maßgeblich beteiligen. Seit 47 Jahren beweisen sie das nun schon ...

Die JAZZ LIPS haben eine eigene WEBSEITE

(15.02.2017 - 3761 mal aufgerufen)


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