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Mein Weg zum Jazz (Teil 25) - Erstklassige Jazzgitarre vom Meister Lang aus Mittenwald

Heinrich Winckelmann


An einem Glückstag konnte ich meine heute immer noch heiß geliebte Jazzgitarre erwerben. Ich ging einfach nur einmal anläßlich eines Besuches in Wandsbek in die Königsstraße, wo ich das Musikgeschäft Zinngrebe kannte. Ich brauchte eigentlich nur ein paar Saiten. Dort jedoch stand sie - die Jazzgitarre meines Lebens. Für schlappe DM 800,- , weil am nächsten Tag das ganze Geschäft geschlossen wurde. Zinngrebe gab total auf.

Eine Jazzgitarre des Mittenwalder Gitarrenbauers Lang - ein Instrument vom Feinsten. Mit ziselierter Silberplatte am Hals - Decke und Boden aus edlem geflammten Ahorn - einem Material von dem allein der Rohling eines Bodens DM 1500,- kosten sollte. Die Gitarre mußte es sein. Ich zahlte sie an und holte sie am nächsten Tag ab. Um sie zu finanzieren, verkaufte ich eine ganze große Koffertruhe mit Schellackplatten alter Schlager etc., die ich so im Laufe langer Jahre angesammelt hatte. Nicht, weil ich das Geld nicht hatte, sondern um im Haushaltsbudget der Gattin gegenüber finanzielle Fairness walten zu lassen.

Nur einen Maßkoffer mußte ich mir noch anfertigen lassen. Als ich später einmal einem Gitarrenspezialisten von Music-City am Millerntor begeistert von meiner Lang-Jazzgitarre erzählte, stellte sich kurioserweise heraus, daß genau dieser Mensch eben diese Gitarre bereits einmal als Gitarrenbaumeister zur Überholung in der Hand gehabt hatte.

Auf einem stinknormalem Markt in Lübeck konnte ich zu meiner Überaschung für DM 150,- ein solides japanisches Banjo im Koffer erwerben. Als Reseveinstrument ein preiswerter Kauf. In einem Norderstedter Musikgeschäft fand ich für DM 450,- ein gutes weiteres japanisches Banjo, ein Gibson-Nachbau namens Oakland. Dieses spiele ich eigentlich am liebsten.

Bei der Skiffle-Group setzte ich nun versuchsweise an den E-Bass kurz meinen Neffen Ove Krüger. Das bewährte sich aus mir heute nicht mehr bekannten Gründen nicht, nach kurzer Zeit gingen wir wieder von ihm getrennte Wege. Am Kontrabaß kam - nun wieder bei der Storyville Piano Band - Hubert Witt. Mit ihm hatten wir eine kleine Reihe von Auftritten.

Erinnerlich besonders ist mir ein Auftritt in einem Heidelokal, wo wir als Tischmusik bei einer vornehmen Tafelrunde von zehn Gästen von der Hannover-Messe spielten. Aufgrund der fehlenden Rückmeldung durch die speisenden Herrschaften, diese waren nämlich total mit ihren Leckreien beschäftigt, fühlten wir uns doch deutlich unbehaglich.

Inzwischen war Jörns Schulkollege Manfred Troll zu uns gestoßen. Dieser hatte eine sehr schöne Tenorstimme, dazu konnte er bereits einige Griffe auf der Gitarre schlagen. Da die nicht oder nur in meistens falscher Stimmung vorhandenen Klaviere Jörn Mischke nervten, schlug er vor, künftig nur noch mit seinem Akkordeon als Hauptinstrument zu spielen. Das jedoch gefiel mir überhaupt, da einerseits für mich das Akkordeon überwiegend mit Seefahrtsmusik besetzt ist, andererseits mir Jörns Virtuosität auf diesem Instrument als Jazz-Hauptinstrument nicht für längere Auftritte als ausreichend erschien.

Wir trennten uns im Jahre 1990 freundschaftlich. Jörn spielte mit Hubert Witt und Manfred Troll weiter als Sentimental Folklore Band und hatte im Raum Bleckede und Umgebung wohl - wie er mir später schilderte, eine gute Reihe von Auftritten. Auch spielte er regelmäßig in Hamburger Sozialeinrichtungen.

Anfang der neunziger Jahre kaufte ich mir wieder eine Tuba und fing zu üben an, um verschüttete Kenntnisse wiederzubeleben. Ich kam in Kontakt mit der in Rendsburg residierenden Marsch-Jazz-Brassband Get Happy Brassband, geleitet von Klaus Nehringer. Diese trat uniformiert mit weißer Schirmmütze und rotem Hemd / schwarzer Hosen mit wechselnden Jazzern aus ganz Schleswig-Holstein bei repräsentativeren öffentlichen Anlässen auf. Von der Kieler Woche bis zu Rendsburger Fischtagen.

Ich hatte inzwischen vom Bassisten der Apex-Jazz Band Alfred Pelzer für DM 4.200,- ein schönes altes King-Sousaphone erworben. Dieses war jedoch mit 14 Kilo so schwer, daß ich nach längeren Auftritten auf der Schulter leicht lädiert war.

Durch die Kontakte der Brassband lernte ich viele nette Jazzer aus Schleswig-Holstein kennen. Trompeter Hans Zelewski aus Westerrönfeld von der Storyville Jazzband, Klarinettisten Heinz Hauschild aus Bad Segeberg von der Happy Schwale Jazzband. Ich spielte eine Reihe von Vertretungsauftritten bei der verschiedensten Gruppen und Telefon-Jazzbands. Telefon-Jazzbands sind Gruppen, sie sich nur zum jeweiligen Auftritt formieren, dann jedoch nur die bekannten Jazzstandards spielen.

(zuletzt aktualisiert: 24.12.1998 - 3579 mal aufgerufen)

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